Zweifeldsporthalle am Gymnasium "Philanthropinum" Dessau-Roßlau
Auftraggeber: Stadt Dessau-Roßlau Projektstand: Bauantrag am 23.10.2009 , Teilbaugenehmigung Bearbeitungsstand: Ausführungsplanung und Erarbeitung der Leistungsverzeichnisse Baubeginn: 20.04.2010
STÄDTEBAULICHE EINORDNUNG
Die neue Sporthalle steht mitten im Quartier „Innenstadt“. Sie befindet sich in der Nachbarschaft von öffentlichen Gebäuden, dem Gymnasium als wichtigem Einzeldenkmal und dem neu restaurierten „Alten Theater“. Das Quartier bestimmen allerdings auch die großen Wohnblöcke, die auch von oben auf die neue Turnhalle Einsicht gewähren. Diese Nachbarschaften stellen besondere Anforderungen an die städtebauliche und architektonische Qualität der Sporthalle. Sie muss optisch in allen fünf Fassaden eine erstklassige Qualität erzeugen. Eine weitere Anforderung besteht in den Aspekten der Denkmalpflege, da der Neubau als direkter Anbau an das Einzeldenkmal Sport- und Kurshaus (ehemaliges AOK-Gebäude) konzipiert ist.
ARCHITEKTONISCHES KONZEPT
Inhaltliche und örtliche Gegebenheiten sollen zum Ausgangspunkt der Gestaltung werden. Das Ziel soll es sein, das neue Gebäude der Sporthalle an den Ort zu binden, das heißt, mit seiner Umgebung und den angrenzenden Gebäuden logisch und spannungsreich zu verbinden.
Ausgangspunkt Ort:
exponierte Lage zwischen Sport- und Kurshaus (SPUK) und Gymnasium Philanthropinum,
unterschiedliche Winkligkeit der Straßen,
Freiflächengestaltung des Schulhofes.
Es soll eine optisch erlebbare Verbindung geschaffen werden zwischen SPUK und Philanthropinum. Dazu wird die Freiflächengestaltung des Schulhofes mit seinen zu den Hauptachsen der Sporthalle leicht schräg liegenden Achsen aufgenommen und über die Raumelemente „Bühne“, „Sporthalle“ und „Glasfuge“ zum Gebäude SPUK durchgeführt. Die sich ergebenden schrägen Überschneidungen sind gewollt und stellen ein Element der Dynamik dar. Dies macht die Situation spannend und nicht gleich auf den ersten Moment erfahrbar.
Eine besondere Akzentuierung diesen schrägen Weges erfährt das Gebäude durch die Schnittstellen „Bühne“ und „Glasfuge“.
Die Bühne befindet sich vor einer großen Fassadenverglasung, die Einblicke, Durchblicke zum SPUK und natürlich auch Ausblicke zulässt.
Ausgangspunkt Inhalt = Sport
Die Elemente des Sports sollen als Gegensatzpaare gestalterisch und emotional erfahrbar umgesetzt werden: - Kraft, Härte - Eleganz, Grazie, - Anspannung und Erholung, - Ordnung, Struktur und Leichtigkeit, - Freude - Enttäuschung - Kampf - Lust und Spaß – Statik und Bewegung, Dynamik.
Das strenge Raster der Stahlbetonaußenwände, steht für strenge Ordnung, Struktur und Disziplin. Als zweite Ebene der Fassadengestaltung stehen in diesem Zusammenhang die changierenden senkrechten Farbflächen in hellen Blau-Grau-Grüntönen. Diese treten in regelmäßigen Sequenzen auf und sind in den drei horizontalen Ebenen gegeneinander versetzt. Dies vermittelt neben der Klarheit und Strenge auch das Element der Wiederholung.
Leichtigkeit, Eleganz, Bewegung und Spiel werden durch farbige Linien dargestellt, die spannungsreich die darunterliegenden Gestaltungsebenen der strengen Strukturen konterkarieren.
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Die Anbauten für Lüftung und Geräteraum sind bewußt gestaltete plastische Baukörper, die sich gegen die Halle stellen und für Kraft und Anspannung stehen.